Das Frühjahr ist die beste Zeit, um Struktur in den Nutzgarten und den Anbau zu bringen. Im Naturgarten sollte man daher die Idee einer Permakultur im Hinterkopf haben, da sich hier die Pflanzen und Nützlinge wunderbar ergänzen. In der Welt der Gartenarbeit hat sich in den letzten Jahren ein bemerkenswerter Ansatz immer mehr etabliert: Permakultur. Dieses Konzept basiert auf der Idee, harmonische, nachhaltige und produktive Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen zu schaffen, indem natürliche Ökosysteme nachgeahmt werden. Auch in kleinen Gärten kann die Philosophie der Permakultur erfolgreich angewendet werden.
Ein wesentliches Prinzip der Permakultur ist das Beobachten und Interagieren. Bevor Veränderungen vorgenommen werden, ist es wichtig, den Garten und seine Umgebung sorgfältig zu studieren. Sonneneinstrahlung, Bodenbeschaffenheit, Wasserfluss und bestehende Lebensformen geben wertvolle Hinweise für das Design des Gartens.
Die Umsetzung von kleinen und langsamen Lösungen ist ein weiterer Schlüsselaspekt. Statt drastischer Veränderungen sollten schrittweise Anpassungen vorgenommen werden, die im Einklang mit den natürlichen Prozessen stehen. Durch die Schaffung von Vielfalt können Mischkulturen genutzt werden, um das Wachstum zu fördern und Schädlinge auf natürliche Weise fernzuhalten.
Die Besonderheit liegt in der Kombination
Die verschiedenen Pflanzen werden bei der Gestaltung des Gartens sinnvoll mit- einander kombiniert, so dass der Platz möglichst effektiv genutzt wird. Wer nur wenige Quadratmeter Garten sein Eigen nennt, kann mit Rankhilfen auf mehreren Ebenen Pflanzen anbauen und so Platz sparen. Dabei werden auch die positiven Effekte der Pflanzen untereinander genutzt. Ein Beispiel dafür ist der gemeinsame Anbau von Basilikum, Tomaten und Wein. Der Wein rankt über den Tomaten und schützt diese somit vor der direkten Sonneneinstrahlung und starkem Regen. Das Basilikum ist unter den Tomatenpflanzen angepflanzt und hält lästige Schädlinge fern.
Die Artenvielfalt von Tieren, Pflanzen und anderen Organismen ist ein wichtiges Element in der Permakultur. Das erhöht die Widerstandskraft des Gartens und der Pflanzen gegenüber Schädlingen, Krankheiten und Wetterveränderungen.
Die Planung des Gartens
Falls Sie auf Ihrem Grundstück bereits Strukturen, Muster und Formen vorfinden, die von der Natur erschaffen wurden, sollten Sie diese berücksichtigen. Zudem ist es, wie bei allen Anbauarten, wichtig, die Bodenbeschaffenheit zu kennen und zu prüfen. Im Fachhandel können Sie Ihre Bodenproben testen lassen um herauszufinden welche Nährstoffe dem Boden gegebenenfalls zugefügt werden müssen.
Außerdem sind die Witterungsverhältnisse für die Bepflanzung entscheidend. An der Seite, von der kalte Winde hereinwehen, empfiehlt es sich eine Hecke als Windschutz zu pflanzen. Hohe Bäume finden ihren Platz an der Nordseite, niedrige Bäume seitlich (Ost-/Westseite) und zur sonnigen Südseite bleibt Platz für niedrige Sträucher, damit die Gemüsebeete mit ausreichend Sonne versorgt werden. Das Idealmodell einer Permakultur besteht aus fünf Zonen, die sich natürlich nicht in jedem Garten komplett umsetzen lassen.
Zone 0: Haus oder Wohnung
In Zone 0 steht das „Heim“ des Gärtners. Dort werden Gartengeräte gelagert und es erfolgt auch das Vorziehen von empfindlichen Pflanzen.
Zone 1: Küchen- und Kräutergarten
Die Zone 1 ist der Teil des Gartens, der direkt am Wohnhaus liegt. Da dort das Gießen aufgrund der Nähe zum Haus am leichtesten fällt, sollten hier Topfkulturen, die viel Wasser benötigen, ihren Platz finden. Auch die wichtigsten Küchenkräuter sind in der Nähe des Hauses anzupflanzen, um das ein oder andere Gericht schnell zu verfeinern. Besonders empfindliche Pflanzen freuen sich über den Schutz der Hauswand. Außerdem sollten pflegeintensive Pflanzen hier ihren Platz finden.
Zone 2: Gemüsegarten oder Kleintierhaltung
In Zone 2 folgt das Gemüsebeet mit weniger pflegeintensiven Pflanzen wie z.B. Salat, Kohl oder Wurzelgemüse. Hier können auch Beerensträucher, Spalierobst und Halbstammobstbäume angepflanzt werden. Bewässerung ist bei diesen Pflanzen nur bei der Pflanzung notwendig und danach benötigen sie hauptsächlich in der Erntezeit Aufmerksamkeit. Unter den Beerensträuchern sind auch Hühner gut aufgehoben. Da diese Schutz vor Greifvögeln finden. Zudem halten sie das Obst frei von Schädlingen. Bienenkästen sind ebenfalls gut in diesem Bereich des Gartens zu positionieren. In dieser Zone ist auch der richtige Platz für den Kompost, da sowohl Wohnhaus als auch Beete gut erreichbar sind.
Zone 3: Landwirtschaftliche Zone und umfangreiche Beete
Zone 3 ist perfekt für Gemüsesorten wie Kürbis, Kartoffel, Schwarzwurzel, Hirse, Grünkohl, Lauch und Rüben. Diese Pflanzen sind noch pflegeleichter als die Pflanzen in Zone 2. Die Beete werden mit Laub, Grobkompost, altem Heu und Grasschnitt abgedeckt. Das fördert das Bodenleben und hält den Boden stets feucht. Somit ist kein Hacken der Beete notwendig.
Zone 4: Grünlandflächen und Streuobstwiese
In diesem Teil des Gartens sind Streuobstwiesen und Grünlandflächen zu finden. Die Früchte der Hochstammbäume können hervorragend zu Saft, Wein, Likör oder Essig verarbeitet werden. Auch Fischteiche, Viehweiden und Felder können in diesem Bereich angelegt werden. Allerdings ist für die Realisation von Zone 4 sehr viel Fläche notwendig und oft auch Maschinen für die entsprechende Bewirtschaftung. In einem normalen Hausgarten lässt sich dieser Teil meist nicht realisieren. Eine gute Alternative für den Hobbygärtner ist ein Wallnussbaum oder ein Obsthochstammbaum auf einem kleinen Stück Wiese.
Zone 5: Wildnis, Ruheraum für Mensch und Natur
Egal wie klein der Garten auch ist, auf die Zone 5 sollte nicht verzichtet werden. Dieser Bereich umfasst circa 20% der Gesamtfläche. In diesem Teil des Gartens sind Insektenhotels, ungemähte Blumenwiesen, Totholzhaufen und Laubhaufen für Igel. Hier wird die Natur sich selbst überlassen und der Gärtner kann hier Wildkräuter finden.